Presseartikel  Kunstprojekt des Kinderschutzbund Stade

Kreiszeitung Wochenblatt, Februar 2019

Vollkommene Freiheit erleben

Kunstprojekt des Stader Kinderschutzbundes macht Kinder stärker
(sb) Alles begann mit der Idee,einen vom Kinderschutzbund Stade genutzten Raum mit Malereien von Kindern zu schmücken. Im Rahmen eines Projekttages durften dafür Schüler der Drochterser Grundschule Bilder auf großen Leinwänden kreieren. Daraus entwickelte sich ein Kunstprojekt, das im Januar mit einer großen Ausstellung im Stader Rathaus einen Höhepunkt erreichte (das WOCHENBLATT berichtete). Die Idee zu dem Projekt stammt von der Kunsttherapeutin und Kinderschutzbund-Mitarbeiterin Heike Schlopsnies. 
 
Umgesetzt wird sie seit Herbst 2017 von dem Stader Kunsttherapeuten und Künstler Christoph Peltz. Seit Projektbeginn nahmen bereits 350 Kinder aus 15 Schulen im Landkreis Stade teil. „Das Besondere ist, dass die Kinder beim Gestalten der Bilder vollkommen frei sind. Es gibt keinerlei Vorgaben und keine Benotung“, sagt Peltz. „Und was sie uns dann mit ihren Werken zeigen und erzählen, gibt uns einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt. Gleichzeitig kann es die Kinder verändern: Schüchterne werden selbstbewusster, Stille werden mitteilsam, Unruhige werden ruhig, Außenseiter werden integriert - und die gesamte Klasse zu einem völlig neuen Team.“ 
 
Wenn Christoph Peltz als „Gastkünstler“ eine Klasse betritt, beginnt zunächst eine Kennenlernphase. Spielerisch und ohne auch nur eine Regel  vorzugeben, zeigt er den Kindern Möglichkeiten des Malens auf. „Viele Kinder haben Angst, dass ihr Bild nicht gut wird“, sagt Peltz. „Das vergeht jedoch schnell, wenn sie begreifen, dass Kunst auch abstrakt sein kann, dass es vielmehr darum geht, Gefühle wie Freude auszudrücken.“ Für das kreative Schaffen stehen den Kindern verschiedenste Werkzeuge zur Verfügung: Pinsel von XS bis XXL, Spachtel, Schwämme, Stempel - sogar Spülbürsten  kommen zum Einsatz. Und jede Menge Acrylfarbe. „Wer mag, kann richtig klecksen und herummatschen - auch mit den Händen“, erzählt der Kunsttherapeut. 
 
Wird beim  künstlerischen Gestalten die Hilfe des Profis benötigt, lässt er die Kinder von ihrem Bild erzählen. „Dann entwickeln sich wie von selbst neue Ideen.“ Er ermutigt die jungen Künstler auch, über den Tellerrand zu schauen und mal zu sehen, was die Klassenkameraden mit ihrer Leinwand machen. „Nachmachen ist erlaubt“, betont er. Bisher sei jedes Kind von dem  Projekt begeistert gewesen. 
 
In Nachgesprächen mit den Lehrern erfährt Christoph Peltz oft, dass die künstlerische Arbeit einen großen Nachhall hat. Die Mädchen und Jungen würden auch Wochen später von diesem besonderen Tag schwärmen, sagt er. Finanziert wird das Projekt durch Spenden. Der Kinderschutzbund Stade sammelt das Geld und leistet auch einen eigenen finanziellen Anteil. Interessierte Schulen erhalten unter www.dkbs-stade.de nähere Informationen.

Kreiszeitung Wochenblatt, 15. Januar 2020

Große Ausstellungseröffnung im Stader Rathaus - Fantasievoll und kreativ 

Autor: Jaana Bollmann


jab. Stade. Über so viele Besucher bei einer Ausstellungseröffnung wie am vergangenen Freitag im Neuen Rathaus in Stade würde sich so mancher Künstler freuen. Denn rund 350 Menschen - Kinder, Eltern, Großeltern und Freunde - kamen zur Vernissage des Kunstprojekts des Deutschen Kinderschutzbundes Stade und stapelten sich nahezu auf den drei Etagen, auf denen die Kunstwerke ausgestellt waren.
Sönke Hartlef begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich, dass die bunten Werke ab sofort die tristen Rathauswände schmücken werden. Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Stade, Dr. Martin Gossler, zeigte sich begeistert von den Werken, die jeden Betrachter auf eine spannende Erlebnisreise in die Träume, Fantasien, Gefühle und Farben mitnehmen. Der Kunsttherapeut und Künstler Christoph Peltz bat die Gäste, unvoreingenommen und nicht bewertend an die Bilder heranzugehen. "Lassen Sie sich die Geschichte dazu erzählen oder denken Sie sich selbst eine aus", riet Peltz.
An dem Kunstprojekt, das unter dem Motto "Kreativität macht stark" stand, nahmen 14 Schulen aus dem Landkreis Stade teil. Dabei durften die Kinder ihre Werke vollkommen frei und ohne Wertung oder Einflussnahme von außen gestalten. Zur Verfügung standen den kleinen Künstlern unterschiedliche Materialien und Werkzeuge. Vom Pinsel über Spatel bis hin zu Bürsten und Schwämmen fand alles Verwendung. So unterschiedlich wie die Kinder, so abwechslungsreich waren dann auch die Ergebnisse. Awa (10) von der Grundschule Am Fleth erklärte ihren Schaffens-prozess: "Erst hatte ich eine ganz andere Idee, aber dann habe ich immer wieder neue Schichten aufgetragen, weil ich nicht zufrieden war. Am Ende kamen dann noch die Kleckse dazu." Für das bunte Kunstwerk habe sie etwas mehr als vier Unterrichtsstunden benötigt. Eine tiefere Bedeutung habe das Bild allerdings nicht, gibt die kleine Künstlerin, die auch in ihrer Freizeit viel malt, zu.
Auch Ida (9) und Jule (8) von der Grundschule Hammah stellten ihre Bilder im Rathaus aus. Ida, die zwar sonst am liebsten Blumen, Sterne und Pferde malt, ließ auf der Leinwand ihrer Fantasie freien Lauf. Mit bunten Streifen, Klecksen und sogar einem Handabdruck hat sie so ein kreatives Kunstwerk erschaffen. Jule hingegen holte sich vor dem Malen Inspiration im Internet. Ihr "Labyrinth aus bunten Farben", so nennt sie ihr Bild, strahlte auf der Ausstellungseröffnung mit der stolzen Schülerin um die Wette.
• Besucher können die im Foyer des Neuen Rathauses ausgestellten Kunstwerke ab sofort bis Mittwoch, 29. Januar, zu den regulären Öffnungszeiten bestaunen.

Stader Tageblatt, 13. Januar 2020

Stader Tageblatt, 11. Januar 2019

Von Wilfried Stief

STADE. Solch eine Ausstellungseröffnung wünscht sich wohl jeder Veranstalter. Dutzende Kunstschaffende und hunderte Besucher kamen am Freitagnachmittag ins Stader Rathaus, um bei der Vernissage zu „Kreativität macht stark“ dabei zu sein.

Eine etwas andere Ausstellungseröffnung hatte der Kinderschutzbund Stade für sein Kinderkunstprojekt versprochen – und viele Kinder und Eltern halfen beim Worthalten. 300 Kinder von 15 Grundschulen aus Stade, Harsefeld und weiteren Gemeinden des Landkreises hatten für das Projekt den Pinsel in die Hand genommen und Kunst abgeliefert. Frei nach Picasso, der jedes Kind zu einem Künstler erklärt. Die Schwierigkeit sei es allerdings, als Erwachsener einer zu bleiben, so der Maler.
Der Kinder hatte sich Kunsttherapeut Christoph Peltz angenommen. Er zeigte den Kindern den Umgang mit dem unbekannten Werkzeug und was die Schüler der 3. und 4. Klassen damit machen können. „Was euch dann eingefallen ist, ist enorm“, lobte Peltz die Kreativität der Kinder bei der Eröffnung.
Peltz leitete die Grundschüler beim freien, intuitiven Malen an. Es gab keine Vorgaben, keine Einschränkungen. Vielmehr sollten alle Teilnehmer ihrer Fantasie und Ausdruckskraft malerisch und gestalterisch freien Lauf lassen. Was dabei heraus gekommen ist, hängt jetzt bis zum 25. Januar an den Wänden in den Fluren des Stader Rathauses. Danach dürfen die Kinder ihre Werke mit nach Hause nehmen. Auch für diese Geduld lobte Peltz die Kinder.
Von der Umsetzung des Kinderkunstprojekts zeigte sich auch Dr. Henning Kehrberg, Vorsitzender des Kinderschutzbundes, begeistert. Manch ein stiller Schüler sei aus sich herausgekommen und habe, angespornt und mit viel Energie, sein Bild zu Ende gebracht. Dabei hob Kehrberg auch hervor, dass das Projekt in den Grundschulen sehr gut angesiedelt sei, denn dort seien Kinder aus allen Kulturen an der Leinwand angeleitet worden. Als Hausherrin unterstützte Bürgermeisterin Silvia Nieber die Aktion und riet den Eltern, die Kreativität ihrer Kinder zu unterstützen.
Vor und nach den Reden machten sich viele Kinder auf die Suche nach ihren Bildern, und Eltern schauten sich die Ergebnisse des künstlerischen Vormittags an. Peltz gab ihnen einen Rat mit auf den Weg durch die Bilderreihen. Jeder solle sich beim Betrachten eines Bildes eine Geschichte erzählen und dem Bild einen Titel geben.
Peltz verriet auch, wer eigentlich die Idee für das Kinderkunstprojekt hatte und bat Heike Schlopsnies nach vorne. Die Kinderschutzbund-Mitarbeiterin machte sich Gedanken über die Ausgestaltung von Vereinsräumen – und hatte die Idee. Dafür bekam sie bei der Ausstellungseröffnung viel Beifall.
Ausstellung
Die Ausstellung „Kreativität macht stark“ mit Bildern von 300 Kindern aus 15 Grundschulen ist bis zum 25. Januar im neuen Rathaus zu den Öffnungszeiten zu sehen.
 


Stader Tageblatt, 31. Mai 2018

„Stade döst nicht“

 „Stade döst nicht!“ Das ist die Antwort der Kinder, die derzeit an der wöchentlich stattfindenden Interkulturellen Kunstwerkstatt an der Grundschule am Burggraben teilnehmen.  „Und auch wir zeigen unsere Bilder im Kunsthaus!“ ergänzt mit einem Augenzwinkern Christoph Peltz, der das Projekt kunstpädagogisch leitet. Adressaten sind die Künstler Daniel Richter, Johnathan Meese und TalR, welche bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Bavid Dowie“ im Kunsthaus Stade als eine sehr schöne Stadt beschrieben, die allerdings etwas „döse“. 
 
Gemeinsam künstlerisch tätig zu sein ist Weg und Ziel dieser interkulturellen Kunstwerkstatt. Bislang hat die FABI (Evangelische Familienbildungsstätte Kehdingen/Stade e.V.) an sieben Grundschulen in der Hansestadt und dem Landkreis Stade derartige Kurse anbieten können, die Kindern aus deutschen und geflüchteten Familien einen geschützten Raum der Kreativität bieten. Weitere interkulturelle Kunstwerkstätten sind bereits in Vorbereitung. 
 
Die Kinder der Burggrabenschule malen ohne Themenvorgabe vollkommen frei, intuitiv und spielerisch auf großen Leinwänden. „Die Kinder haben keine Angst vor der großen weißen Leinwand und wenn sie dann frei und wild loslegen, entstehen wahre Kunstwerke“ so Peltz, der auch für den Kinderschutzbund ein Projekt leitet. Mit diesem soll bildende Kunst in die Schulen gebracht wird. In diesen Mal-Workshops werden alle Kinder integriert und die freie Art des Malens fördert ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. 
 
Bei ihrem Besuch im Kunsthaus Stade waren die Kinder begeistert von den großen Formaten, der Farbigkeit und Ausdruckskraft der ausgestellten Bilder. Neugierig hielten sie ihre eigenen Kunstwerke vor die Werke der Künstler und hatten sichtlich Spaß an der Gegenüberstellung. Weitere Besuche von jungen Künstlern aus anderen Schulen werden sicher folgen. 
Der Kinderschutzbund Stade möchte sein erfolgreiches Projekt „Kreativität macht stark!“ ausbauen und wünscht sich dafür weitere Sponsoren.

Stader Tageblatt, 13.März 2018

Schüler lassen ihrer Kreativität freien Lauf

Kinderschutzbund finanziert Kunstprojekt an der Hauptschule Thuner Straße in Stade
Von Karin Lankuttis
STADE. Die Haupschule Thuner Straße ist ein sozialer Brennpunkt. Hier werden Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Kulturen unterrichtet. Es ist nicht selten, dass die Kinder kein Deutsch können, wenn sie angemeldet werden. Einige sind in ihren Heimatländern nie zur Schule gegangen. Vor diesem Hintergrund tut es Schülern, Eltern, aber auch Lehrern gut, wenn besondere Aktionen Abwechslung in das anstrengende Schulleben bringen. So wie am Freitag.
Kein Unterricht, sondern freies, intuitives Malen stand einen ganzen Schultag lang auf dem Programm. Kunsttherapeut Christoph Peltz begleitete die Klasse 5c. „Kreativität macht stark“, sagt Peltz und will damit die Klassengemeinschaft stärken und benachteiligte Kinder integrieren. Die kulturellen und sprachlichen Unterschiede in der Klasse sind groß, sagt Kunstlehrerin Heidrun Marquardt. Neun Kinder kommen aus den Ländern Bulgarien, Rumänien, Polen, Türkei, Syrien, Libanon und Benin, manche sind Sprachanfänger. Außerdem sind zwei Kinder mit Förderbedarf in der Klasse. Die Kunstlehrerin hat das Projekt an die Schule geholt und freut sich, dass der Kinderschutzbund Stade das Honorar finanziert.
Beim intuitiven Malen werden weder Themen noch Technik vorgegeben, erklärt Peltz (57). Es sei ein Prozess „von der Einengung zur Befreiung“. Die Kinder würden immer mutiger, die Stimmung helle sich auf.
Nach einer Gesprächsrunde warteten aufgespannte Leinwände und Acrylfarben auf ihren Einsatz. „Zuerst hatte ich gar keine Ahnung, was ich malen soll“, sagt Angelique. Nach einigen Stunden zeigte sie stolz ihr erstes Kunstwerk. Viele bunte Kleckse erweckten einen fröhlichen Eindruck. Angelique war schwer angetan: „Das ganze Projekt ist total cool.“ Auch Hatun dachte anfangs, sie könne das nicht. Schließlich hatte sie mit beiden Händen die Grundierung verteilt und vermischt. „Ich hab meine Wut ganz rausgelassen, danach war sie weg“, sagte die Elfjährige und erzählte von einem Streit mit der Freundin. Dann malte sie ruhig mit feinem Pinsel ein Vogelnest ins Bild und zwei Vögel daneben. „Macht Spaß“, sagte Mirhan, der mit dickem Pinsel schon an seinem zweiten Bild arbeitet. „Er hat uns gezeigt, dass man auch Emotionen reinbringen kann.“
Am Schluss stellten die 18 Kinder ihre Kunstwerke der Klasse vor, Mitschüler sagten, was sie auf dem Bild sahen. Die Beteiligung war rege. „Alle machen mit“, staunte Klassenlehrerin Sylvia Holstein über den guten und freundlichen Kontakt der Schüler untereinander. „Solche Aktionen fördern sicherlich das Gemeinschaftliche.“ Auch Kunstlehrerin Marquardt war angetan. „Heute sind alle lebhaft miteinander im Gespräch. Kunst verbindet.“


Stader Tageblatt, 03.05.2017

Die kleinen Künstler der Grundschule Drochtersen bei der Übergabe ihrer Bilder an den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes, Dr. Henning Kehrberg, mit Schulleiterin Kerstin Völkers und Maltherapeut Christoph Peltz.

Malen stärkt die Kreativität der Kinder

Von Peter von Allwörden
DROCHTERSEN. Mit Bildern von Grundschülern aus Drochtersen hat der Kinderschutzbund in Stade Räume ausgestattet, in denen „begleiteter Umgang“ stattfindet. Die Bilder sind Ergebnis eines Workshops mit einem Maltherapeuten. Der Kinderschutzbund will daraus jetzt ein kreisweites Projekt machen.
Christoph Peltz, ein Himmelpfortener Maltherapeut, der selbst ehrenamtlich beim Kinderschutzbund aktiv ist, ist selbst überrascht und begeistert von der Aktion mit den Grundschülern: „Es wurde hier eine Kreativität freigesetzt. Und die Kinder haben sich alle gegenseitig akzeptiert.“ 
Dieses Projekt, das ja eigentlich nur darauf angelegt war, für die Stader Räume neue Bilder zu bekommen, hat den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes, Dr. Henning Kehrberg, so überzeugt, dass er es als neues Projekt allen Grundschulen im Landkreis anbieten will. Dabei malt Peltz nicht nur mit den Kindern, besorgt das Material wie Leinwände und Farben, sondern er schult in einer Rückschau an einem dritten Tag des Workshops auch die Lehrer, die danach solche freien Mal-Aktionen allein durchführen können.